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RCS Marketing · Österreich

RCS Marketing in Österreich: Werbung, die aussieht wie eine Nachricht von Freunden

Bild, Video und antippbare Buttons – im persönlichsten Postfach, das es gibt.

RCS ist der Nachfolger der SMS und landet in derselben Nachrichten-App, die auf jedem Handy vorinstalliert ist – nur mit Ihrem Namen, Ihrem Logo und einem Bild statt 160 Zeichen Text. Ich baue die Nachrichten, die dort funktionieren, und habe Zugang über Verträge mit den Anbietern, über deren Netze mehr als 95 % aller in Österreich genutzten SIM-Karten laufen.

Bild, Video und Karussell statt reinem TextMarkenname, Logo und VerifizierungshäkchenNetzzugang für über 95 % der SIM-Karten in Österreich

Genau so kommt es an: ein Bild, zwei Sätze, drei antippbare Antworten – kein Betreff, kein Spam-Ordner, keine App-Installation.

Kurz erklärt

Was RCS Marketing ist – und warum es sich anders anfühlt als jede Werbung davor

RCS steht für Rich Communication Services, kommt als Standard von der Vereinigung der Mobilfunkbetreiber und ist der offizielle Nachfolger der SMS. Für den Menschen am anderen Ende ändert sich nichts: Die Nachricht landet in der Nachrichten-App, die auf dem Handy ohnehin schon drauf ist. Keine Installation, keine Anmeldung, kein Freundschaftsantrag. Wenn Unternehmen diesen Kanal für Kampagnen nutzen, nennt man das RCS Marketing – der Fachbegriff dahinter lautet RCS Business Messaging.

Was sich verändert, ist die Bühne. Aus 160 Zeichen Fließtext werden bis zu 3.072 Zeichen mit Bild, Video oder PDF. Aus einer anonymen Absendernummer wird Ihr Firmenname mit Logo, Markenfarbe und einem Verifizierungshäkchen. Aus „antworten Sie mit JA" werden Buttons, die man antippt. Zum ersten Mal seit es SMS gibt, kann eine Werbenachricht aussehen wie etwas, das man freiwillig anschaut.

Genau da wird es für mich als Content-Mensch interessant – und gleichzeitig heikel. Dieser Posteingang gehört sonst Familie, Freunden und der Bank. Wer dort mit einem lauten Rabattschrei hineingeht, verbrennt Vertrauen schneller als in jedem anderen Kanal. Wer dort mit einem guten Bild, zwei präzisen Sätzen und einer sinnvollen Handlung hineingeht, bekommt eine Aufmerksamkeit, für die man auf Social Media viel Geld ausgibt.

Meine Arbeit an diesem Kanal ist deshalb zu neunzig Prozent Handwerk am Inhalt: Welches Bild hält den Blick, welcher erste Satz beantwortet sofort „warum schreibt ihr mir?", welcher Button ist die kleinste sinnvolle Handlung. Dieselbe Denkweise, mit der ich Ad-Creatives und Verkaufsvideos baue – nur auf ein Format übertragen, das ungefähr so viel Platz hat wie eine Postkarte.

Handwerk

Wie eine RCS-Nachricht aufgebaut ist, die funktioniert

Sechs Bauteile, die alle in dieselbe Richtung zeigen müssen. Fällt eines aus, merkt man das sofort an der Klickrate.

Bauteil 1

Der Absender

Bevor ein einziges Wort gelesen wird, entscheidet der Absenderbereich über alles: Name, Logo, Markenfarbe, Häkchen. Hier gewinnt man das halbe Vertrauen – oder verliert es, weil das Logo aus einer alten Präsentation stammt und niemand die Marke erkennt.

Bauteil 2

Das Bild

Der Bildbereich ist das Erste, was auffällt, und hat eine feste Höhe. Ein Produktfoto vor sauberem Hintergrund schlägt jede Collage, jeder Text im Bild wird auf kleinen Displays unlesbar. Ich lasse Bilder immer für dieses Format eigens zuschneiden, statt Social-Media-Grafiken zu recyceln.

Bauteil 3

Der erste Satz

Er muss zwei Dinge in einer Zeile leisten: sagen, warum ausgerechnet diese Person die Nachricht bekommt, und den Grund benennen. „Ihr Service ist im Mai fällig" funktioniert. „Wir haben tolle Neuigkeiten für Sie" wird weggewischt, weil es nach Verteiler klingt.

Bauteil 4

Der Beweis

Zwei bis drei Zeilen, die den ersten Satz stützen: Preis, Termin, Verfügbarkeit, ein konkretes Detail aus der Kundenhistorie. Kein Fließtext, keine Adjektivketten. Auf einem Handydisplay liest niemand einen Absatz, sondern überfliegt Zeilen.

Bauteil 5

Die Buttons

Technisch möglich sind bis zu vier Vorschläge direkt in einer Karte und bis zu elf weitere als Chips darunter – gut sind zwei bis drei. Jeder Button ist eine Entscheidung: bestätigen, ansehen, anrufen, Route öffnen, Termin in den Kalender legen. Wer fünf gleichwertige Optionen anbietet, bekommt keine Klicks, sondern Zögern.

Bauteil 6

Der Fallback

Für alle, die kein RCS empfangen können, brauchen Sie dieselbe Botschaft in 160 Zeichen ohne Bild. Dieser Text wird meistens lieblos hingeworfen – dabei entscheidet er über einen relevanten Teil Ihrer Liste. Ich schreibe ihn genauso sorgfältig wie die Hauptnachricht.

Zeichen-, Button- und Bildvorgaben laut Google-Entwicklerdokumentation zu RCS Business Messaging. Wichtig: Die Darstellung unterscheidet sich zwischen den Betriebssystemen – auf einem der beiden werden Karten anders angezeigt und längere Kartentexte gekürzt. Deshalb wird jede Nachricht auf beiden Systemen gegengeprüft, bevor sie live geht.

Der Rahmen

Vier Zahlen, die den Kanal einordnen

Was belegt ist – und was ich Ihnen bewusst nicht verspreche.

über 95 %der in Österreich genutzten SIM-Karten laufen über Netze, zu denen ich vertraglichen Zugang habe
3.072Zeichen statt 160 – plus Bild, Video oder PDF bis 100 MB
bis 11Antwort-Chips unter der Nachricht, dazu bis zu 4 direkt in jeder Karte
+186 %prognostiziertes Wachstum des weltweiten RCS-Geschäftsverkehrs bis 2027

Quellen: RTR Telekom Monitor, Jahresbericht 2025 (Marktanteile, Stand Ende 2025) · Google RBM-Entwicklerdokumentation (Zeichen- und Kartenlimits) · Juniper Research, April 2026 (Volumenprognose). Zu Öffnungs- und Klickraten kursieren beeindruckende Zahlen aus Frankreich und den USA. Für Österreich gibt es öffentlich keine – ich übertrage sie deshalb nicht auf Ihre Kampagne, sondern messe Ihre eigenen.

Warum das kaum jemand anbietet

Netzzugang: der Grund, warum RCS Marketing in Österreich noch fast leer ist

Die spannendste Eigenschaft dieses Kanals ist gerade nicht die Technik, sondern wie wenige ihn überhaupt bespielen können. Das liegt an einer Regel, die in der Entwicklerdokumentation von Google offen beschrieben ist: Wenn ein Mobilfunknetz die Freigabe von Absendern selbst steuert, lehnt es einen Absender ab, sobald kein Vertrag mit ihm besteht. Man braucht dort direkte Vereinbarungen mit dem Netz, bevor überhaupt eine Nachricht rausgehen darf.

Österreich hat genau drei physische Mobilfunknetze. Drei Netze heißt drei Verhandlungen, drei Prüfungen, drei Freigaben – für ein Land mit knapp neun Millionen Einwohnern. Für große internationale Plattformen lohnt sich dieser Aufwand kaum, weshalb viele für Österreich nur formulieren, dass sie „mindestens einen großen Netzbetreiber" bedienen. Der Dialogmarketing-Verband Österreichs hat es im Sommer 2026 unverblümt zusammengefasst: In Österreich ist der Kanal bisher kaum besetzt.

Ich arbeite über Verträge mit den Anbietern, über deren Netze mehr als 95 % aller in Österreich genutzten SIM-Karten laufen. Diese Zahl stammt nicht aus einem Verkaufsgespräch, sondern aus dem Telekom Monitor der Regulierungsbehörde: Auf die drei Netzbetreiber entfallen Ende 2025 rund 81 % aller aktiven SIM-Karten, die beiden größten netzfremden Anbieter – die ebenfalls über diese Netze funken – bringen rund 10 % und rund 5 % dazu. Andere Netze existieren in Österreich nicht; die Behörde hält ausdrücklich fest, dass es hierzulande genau drei echte Netze mit eigener Infrastruktur gibt.

Und jetzt der Teil, den Sie sonst selten lesen: Netzzugang ist nicht dasselbe wie Sichtbarkeit auf jedem Handy. Ob eine Nummer eine RCS-Nachricht anzeigen kann, hängt zusätzlich vom Gerät, vom Betriebssystem und von der Freischaltung im jeweiligen Netz ab. Knapp 45 % der mobilen Seitenaufrufe in Österreich kommen von iPhones – und für iPhones gibt es hierzulande Stand Juli 2026 keinen öffentlichen Beleg, dass Unternehmensnachrichten dort bereits ankommen. Ich plane diese Kontakte deshalb bewusst über den SMS-Weg ein, prüfe vor jeder Kampagne jede Nummer einzeln und sage Ihnen die echte Zahl, statt eine Reichweite zu behaupten.

  • Vertraglicher Zugang zu den Netzen hinter über 95 % der in Österreich genutzten SIM-Karten
  • Prüfung jeder einzelnen Rufnummer vor dem Versand statt Hochrechnung auf einen Marktanteil
  • Zweite Fassung jeder Botschaft für den SMS-Weg – geschrieben, nicht automatisch gekürzt
  • Markenverifizierung mit Name, Logo, Farbe und Häkchen in der Nachrichten-App
  • Gegenprüfung der Darstellung auf beiden Betriebssystemen vor dem Livegang

Marktanteile nach aktiven SIM-Karten ohne M2M, Stand Ende 2025: RTR Telekom Monitor; Netzzuordnung der Marken laut RTR-Übersicht „Anbieter im Mobilnetz“, Stand April 2026. Anteil der mobilen Seitenaufrufe nach Betriebssystem: StatCounter, Juni 2026. Freigabelogik laut Google-Entwicklerdokumentation zu RCS Business Messaging. Österreich verfügt über drei physische Mobilfunknetze; alle Zweit- und Diskontmarken nutzen vertraglich eines davon.

Das Werkzeugkoffer

Was Sie in einer RCS-Nachricht unterbringen können

Alle Angaben sind harte Grenzen aus der Google-Dokumentation – kein Wunschzettel, sondern das, was tatsächlich beim Empfänger ankommt.

Bild, Video und Datei

Produktfoto, kurzer Clip, Angebot als PDF, Speisekarte, Grundriss – bis 100 MB pro Nachricht. Was Sie sonst verlinken und hoffen, dass jemand klickt, liegt hier direkt in der Nachricht.

Karussell mit bis zu 10 Karten

Mehrere Angebote nebeneinander, jede Karte mit eigenem Bild, eigener Beschreibung und eigenen Buttons. Aus einer Nachricht wird ein kleiner Katalog, durch den man wischt.

Antippbare Buttons

Bis zu vier Vorschläge in einer Karte und bis zu elf Chips darunter: ansehen, anrufen, Route öffnen, Standort teilen, Termin in den Kalender legen. Die kürzeste Strecke zwischen Interesse und Handlung.

Verifizierter Absender

Firmenname, Logo, Markenfarbe und ein Verifizierungshäkchen in der Nachrichten-App. Der Unterschied zwischen „unbekannte Nummer" und „das sind die, bei denen ich gekauft habe".

Antwort im selben Thread

Wer zurückschreibt, landet in derselben Konversation statt in einem anonymen Postfach. Aus einer Kampagne wird ein Gespräch, das jemand aus Ihrem Team weiterführen kann.

Lesebestätigung und Tippen-Anzeige

Sie sehen, ob zugestellt und ob gelesen wurde, und welcher Button wie oft angetippt wurde. Damit lässt sich zum ersten Mal sauber testen, welche Bildidee wirklich besser ist.

SMS-Fallback

Jede Nummer ohne RCS bekommt automatisch die Kurzfassung als SMS. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich zugestellt wurde – so fällt niemand hinten runter.

Auslöser aus Ihren Systemen

Nachrichten, die sich selbst verschicken: Warenkorbabbruch, Terminerinnerung, Servicefälligkeit, Abholbereit-Meldung. Einmal gebaut, läuft der Kanal ohne täglichen Aufwand.

Nachrichten-Ideen

Was ich für welche Branche schreiben würde

Neun konkrete Nachrichten statt abstrakter Einsatzgebiete – so, wie sie am Handy aussehen würden.

Einzelhandel

Drei Stücke, die zum letzten Kauf passen

Karussell mit drei Artikeln, ausgewählt anhand der letzten Bestellung, dazu die Buttons „Auswahl ansehen" und „Im Store anprobieren". Kein Rabattschrei, sondern eine Empfehlung, die begründet ist.

Onlinehandel

Das Produkt, das im Warenkorb liegen blieb

Genau der Artikel als Bild, ein Satz zur Verfügbarkeit, ein Button zum Abschluss. Danach dieselbe Konversation für Versandbestätigung und Tracking – statt drei E-Mails, die niemand öffnet.

Gastronomie

Die Tageskarte, die man ansehen will

Ein gutes Foto vom Gericht, zwei Zeilen, „Tisch reservieren" und „Route". Freitagmittag verschickt, wenn Menschen tatsächlich überlegen, wo sie abends essen.

Immobilien

Objekte zum Durchwischen statt PDF-Anhang

Bis zu zehn Objekte als Karussell mit Foto, Eckdaten und „Details ansehen", dazu Besichtigungstermin per Kalender-Button. Interessenten reagieren im Thread, nicht über ein Formular.

Kfz & Autohaus

Serviceerinnerung mit Erklärvideo

Kurzer Clip, der zeigt, was beim fälligen Service passiert, Kostenrahmen als Karte, „Termin buchen" und „Berater anrufen". Erklärt statt nur erinnert – und genau deshalb gebucht.

Handwerk & Dienstleister

Der Monteur mit Foto und Namen

Terminbestätigung mit Kalendereintrag, am Morgen „Ihr Techniker ist unterwegs" mit Bild und Namen, danach Vorher-Nachher-Foto und Bewertungslink. Drei Nachrichten, die Vertrauen bauen.

Fitness & Studios

Rückholung mit Beweis statt Bettelei

Kurzes Video aus dem Studio, ein Satz zum neuen Kursplan, „Probetraining buchen". Wirkt bei Menschen, die seit zwei Monaten nicht da waren, besser als jede Erinnerungs-E-Mail.

Reise & Freizeit

Alles zur Buchung an einem Ort

Bestätigung mit Bild der Unterkunft, Adresse und Karte, danach Check-in-Link und Zusatzleistungen als Karussell. Der Thread ersetzt den Ordner mit den Buchungsmails.

Vereine & Veranstalter

Der Hinweis, der auch ohne App ankommt

Terminänderung, Absage bei Schlechtwetter, Programm als Bild mit Kalender-Button. Erreicht auch alle, die in keiner Messenger-Gruppe sind – und das sind meistens mehr, als man denkt.

Ohne Schönfärberei

RCS Marketing im Vergleich zu SMS, WhatsApp Business und Newsletter

Kein Kanal gewinnt überall. Deshalb stehen hier auch die Zeilen, in denen RCS verliert.

Stand Juli 2026. Zeichen-, Button- und Kartenlimits laut Google-Entwicklerdokumentation zu RCS Business Messaging. Richtpreise: öffentliche Listenpreise von AWS End User Messaging für Österreich (RCS je nach Typ 0,0652 bis 0,1200 USD) sowie veröffentlichte Preise für WhatsApp-Marketingvorlagen im deutschsprachigen Raum. Unternehmensnachrichten über RCS sind laut Google-Dokumentation ausdrücklich nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
KriteriumSMSRCS MarketingWhatsApp BusinessE-Mail-Newsletter
Wo die Nachricht landet Nachrichten-AppNachrichten-App, vorinstalliertWhatsApp, nur wenn installiertPostfach, oft mit Werbe-Tab
Wie der Absender aussieht Nummer oder TextkürzelName, Logo, Farbe und HäkchenProfilname und BildAbsendername, technisch fälschbar
Platz für Text 160 Zeichenbis 3.072 Zeichenrund 1.000 Zeichen je Vorlageso viel Sie wollen
Bild, Video, Dokument nur als MMS, kaum genutztja, bis 100 MBjaja, als Anhang
Interaktion nur Antworttextbis 4 Buttons je Karte plus 11 Chips, Karussell mit 10 KartenButtons mit engeren VorlagenLinks im Text
Messbarkeit ZustellungZustellung, Lesen, jeder einzelne ButtonZustellung, Lesen, KlicksÖffnen per Pixel, Klicks
Ende-zu-Ende-verschlüsselt neinnein bei Unternehmensnachrichtenjanein
Reichweite in Österreich praktisch jede Mobilnummergeräte- und netzabhängig, Rest per SMShoch, aber nur mit Appnur mit hinterlegter Adresse
Richtpreis je Nachricht rund 1 Cent zzgl. Netzentgeltrund 6 bis 12 Cent je nach Typrund 11 Cent für MarketingvorlagenBruchteil eines Cents
Wofür ich ihn nehme Codes und kurze WarnungenAngebot, Termin, Status – alles mit Bild und einer klaren Handlunglaufender Dialog mit Stammkundenlange Geschichten und Bestandspflege
Bitte nicht

Die Fehler, die diesen Kanal am schnellsten verbrennen

Sechs Dinge, die ich in RCS-Projekten immer wieder sehe – und die man alle vor dem ersten Versand abstellen kann.

Die Social-Media-Grafik wiederverwenden

Ein Bild, das für einen quadratischen Feed gebaut wurde, wird im Nachrichtenformat beschnitten und die Schrift darauf unlesbar. Bilder für diesen Kanal müssen eigens zugeschnitten und ohne eingebrannten Text gebaut werden.

Zu laut auftreten

Dieser Posteingang gehört Familie und Freunden. Wer dort in Versalien mit drei Ausrufezeichen hineingeht, wird nicht ignoriert, sondern abbestellt. Die Abmeldung ist einen Fingertipp entfernt – und sie ist endgültig.

Zu viele Buttons anbieten

Technisch sind elf Vorschläge möglich. Ab dem vierten sinkt in der Praxis die Entscheidungsfreude. Zwei klare Handlungen schlagen fünf gleichwertige Optionen fast immer.

Den Fallback-Text vergessen

RCS liefert keinen SMS-Fallback von Haus aus mit. Fehlt er, verschwindet ein Teil der Empfänger stillschweigend. Ist er nur eine automatisch gekürzte Fassung, kommt ein Satzfragment ohne Sinn an.

Auf einem Handy testen und live gehen

Die Darstellung ist zwischen den Betriebssystemen nicht gleich: Karten werden anders angezeigt, längere Kartentexte gekürzt, Links am Textende funktionieren zuverlässiger. Wer nur ein Gerät testet, sieht die halbe Kampagne nie.

Das Opt-in vom Newsletter übernehmen

Eine Zustimmung für E-Mails deckt Werbung auf das Handy nicht ab. In Österreich ist elektronische Direktwerbung ohne vorherige Einwilligung unzulässig, der Strafrahmen liegt bei bis zu 50.000 Euro.

Mein Vorgehen

Wie ich eine RCS-Kampagne aufbaue

Fünf Schritte – und der kreative Teil kommt erst, wenn die Grundlagen sauber stehen.

Schritt 1

Zuhören, bevor ich schreibe

Ich schaue mir an, welche Anlässe Sie überhaupt haben: fällige Services, Termine, Abholungen, Saisonstarts, Nachbestellungen. Ein Kanal, der so nah dran ist, braucht einen echten Grund pro Nachricht. Ohne Anlass wird jede Nachricht zur Störung.

Schritt 2

Prüfen, wen ich erreiche und wen ich erreichen darf

Ihre Kontaktliste wird gegen die Netze geprüft, damit wir wissen, welcher Anteil heute RCS anzeigen kann. Parallel klären wir die Einwilligungen, die Abmeldeliste und den Auftragsverarbeitungsvertrag – bevor irgendetwas produziert wird.

Schritt 3

Absender aufsetzen und verifizieren lassen

Name, Logo, Markenfarbe und Kontaktdaten werden als verifizierter Absender eingereicht. Wo das Netz die Freigabe selbst steuert, greift genau hier der Vertragszugang – ohne ihn wird ein Absender dort abgelehnt, egal wie gut die Nachricht ist.

Schritt 4

Die Nachricht bauen – und zwei Fassungen davon

Bild zuschneiden, ersten Satz schreiben, Beweiszeilen kürzen, Buttons festlegen, Karussell aufbauen wo es Sinn hat. Dazu die SMS-Fassung derselben Botschaft. Beides wird auf beiden Betriebssystemen gegengeprüft, dann geht ein Testteil raus.

Schritt 5

Testen, was besser läuft, und wiederholen

Zwei Bildideen, zwei erste Sätze, zwei Button-Beschriftungen gegeneinander. Weil Zustellung, Lesen und jeder Klick messbar sind, sehen wir nach dem ersten Versand, was funktioniert – und machen daraus einen wiederkehrenden Auslöser aus Ihrem System.

Was Sie bekommen

RCS Marketing – konkret geliefert

Klar umrissen, ohne Kleingedrucktes. Das steckt in der Zusammenarbeit.

  • Anlass-Landkarte: welche Nachrichten Ihr Betrieb überhaupt sinnvoll verschicken kann, sortiert nach Wirkung
  • Reichweiten-Prüfung Ihrer Kontaktliste – wie viele Nummern heute wirklich RCS anzeigen können
  • Netzzugang über Verträge mit den Anbietern hinter über 95 % der in Österreich genutzten SIM-Karten
  • Verifizierter Absender mit Name, Logo, Markenfarbe und Häkchen in der Nachrichten-App
  • Fertig gebaute Nachrichten: Bild im richtigen Zuschnitt, Text, Buttons, Karussell – plus SMS-Fassung
  • Gegenprüfung der Darstellung auf beiden Betriebssystemen vor dem Livegang
  • Rechtssicherer Einwilligungs- und Abmeldeweg samt Sperrliste und Auftragsverarbeitungsvertrag
  • Auswertung je Bildidee, je erstem Satz und je Button – und daraus die nächste Testrunde
Rechtlicher Rahmen

Was in Österreich erlaubt ist: DSGVO, TKG und Einwilligung

Werbung auf das Handy ist in Österreich streng geregelt, und das ist bei diesem Kanal auch gut so. Nach § 174 des Telekommunikationsgesetzes 2021 ist elektronische Direktwerbung ohne vorherige Zustimmung des Empfängers unzulässig; die Absenderkennung darf weder unterdrückt noch verfälscht werden. Der Strafrahmen für unerbetene elektronische Nachrichten liegt bei bis zu 50.000 Euro. Das Gesetz nennt die SMS ausdrücklich; eine Entscheidung speziell zu RCS gibt es bisher nicht. Ich arbeite deshalb konsequent mit der strengeren Annahme, dass für RCS nichts anderes gilt.

Für bestehende Kundenbeziehungen gibt es eine Ausnahme, aber sie ist eng gefasst: Die Nummer muss aus einem Verkauf oder einer Dienstleistung stammen, es muss um eigene ähnliche Leistungen gehen, der Widerspruch muss schon bei der Erhebung eingeräumt worden sein, er muss bei jeder Zusendung kostenlos möglich sein und darf nicht bereits erklärt worden sein. Alle fünf Punkte gleichzeitig – sonst brauchen Sie eine Einwilligung. Die ECG-Liste der Regulierungsbehörde hilft hier übrigens nicht weiter: Sie enthält ausschließlich E-Mail-Adressen. Ihre eigene Abmeldeliste ist Pflicht.

Und ein Punkt, den ich nicht wegmoderiere: Unternehmensnachrichten über RCS sind laut Google-Dokumentation nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Sie sind auf dem Transportweg verschlüsselt und verschlüsselt gespeichert, die Schlüssel liegen aber beim Plattformbetreiber. Für Angebote, Termine und Statusmeldungen ist das unkritisch. Gesundheitsdaten, vollständige Zahlungsdaten oder andere besonders geschützte Informationen gehören trotzdem nicht in diesen Kanal – auch dann nicht, wenn es technisch ginge.

  • Eigenes, dokumentiertes Opt-in für Nachrichten aufs Handy – getrennt vom E-Mail-Newsletter
  • Abmeldung in jeder Nachricht, kostenlos und mit einem Fingertipp
  • Eigene Sperrliste, die kanalübergreifend und sofort greift
  • Auftragsverarbeitungsvertrag und europäische Datenregion für die Absenderinfrastruktur
  • Korrekte, unverschleierte Absenderidentität, wie es das Telekommunikationsgesetz verlangt
  • Keine Gesundheits-, Zahlungs- oder anderen besonders geschützten Daten im Nachrichtentext
Häufige Fragen

RCS Marketing – Ihre Fragen, ehrlich beantwortet

Was Unternehmen vor der ersten Kampagne am häufigsten wissen wollen.

Was ist RCS Marketing?

RCS Marketing bezeichnet Werbe- und Servicenachrichten über den SMS-Nachfolger RCS. Statt 160 Zeichen Text bekommen Empfänger eine Nachricht mit Ihrem Markennamen, Logo, Verifizierungshäkchen, Bild oder Video und antippbaren Buttons – direkt in der Nachrichten-App, die auf jedem Handy vorinstalliert ist. Der technische Fachbegriff für den Kanal lautet RCS Business Messaging.

Müssen meine Kundinnen und Kunden eine App installieren?

Nein. Genau darin liegt der wichtigste Unterschied zu WhatsApp und anderen Messengern. RCS läuft in der Nachrichten-App, die auf dem Gerät ohnehin vorhanden ist. Es braucht keine Installation, keine Registrierung und keinen Adressbuch-Eintrag. Wer heute eine SMS empfangen kann, ist grundsätzlich erreichbar – als RCS oder ersatzweise als SMS.

Wie viele Menschen erreiche ich damit in Österreich?

Ich habe vertraglichen Zugang zu den Netzen, über die mehr als 95 % aller in Österreich genutzten SIM-Karten laufen. Wie viele Ihrer Kontakte eine RCS-Nachricht tatsächlich anzeigen können, hängt zusätzlich vom Gerät und der Freischaltung im jeweiligen Netz ab. Deshalb prüfe ich Ihre Liste vorab und nenne Ihnen die echte Zahl, statt mit einem Marktanteil zu werben.

Was passiert mit Empfängern ohne RCS?

Die bekommen automatisch eine SMS mit derselben Kernbotschaft. Vor jedem Versand wird jede Rufnummer geprüft, alles ohne RCS läuft über den SMS-Weg. Diesen Kurztext schreibe ich eigens, statt die Hauptnachricht automatisch kürzen zu lassen. Abgerechnet wird nur, was zugestellt wurde – so kommt Ihre Botschaft auch bei allen ohne RCS an.

Was kostet RCS Marketing in Österreich?

Nach öffentlichen Listenpreisen liegt eine Textnachricht bei rund 6 US-Cent, eine Nachricht mit Bild oder Karussell bei rund 7 US-Cent, eine 24-Stunden-Konversation bei rund 12 US-Cent. Dazu kommen eine einmalige Einrichtung des Absenders je Netz und eine laufende Monatsgebühr, die je nach Plattform von niedrigen zweistelligen Eurobeträgen bis zu mehreren hundert Euro reicht. Was Sie am Ende zahlen, hängt vom Anteil des SMS-Fallbacks ab – diese Mischkalkulation bekommen Sie vor der Beauftragung schriftlich.

Funktioniert RCS auf dem iPhone?

RCS gibt es auf dem iPhone seit iOS 18, geschäftliche Nachrichten seit iOS 18.1 – aber nur dort, wo der Netzbetreiber es freigeschaltet hat. Für Österreich führt Apple derzeit ein einziges Netz mit RCS-Unterstützung, und dabei geht es um private Nachrichten. Dass Unternehmensnachrichten iPhones in Österreich bereits erreichen, ist zum Stand Juli 2026 öffentlich nicht belegt. Ich plane iPhone-Kontakte deshalb über den SMS-Weg ein und prüfe den Stand vor jeder Kampagne neu.

Was ist der Unterschied zu WhatsApp Business?

WhatsApp erreicht nur, wer die App installiert hat, und ist als Dialogkanal im deutschsprachigen Raum etablierter und Ende-zu-Ende-verschlüsselt. RCS landet in der vorinstallierten Nachrichten-App, zeigt Ihre Marke mit Verifizierungshäkchen und ist für Angebote, Termine und Statusmeldungen mit einer klaren Handlung meist der direktere Weg. Beides schließt einander nicht aus.

Ist RCS Marketing DSGVO-konform?

Der Kanal lässt sich DSGVO-konform betreiben – mit dokumentierter Einwilligung als Rechtsgrundlage, Abmeldemöglichkeit in jeder Nachricht, eigener Sperrliste, Auftragsverarbeitungsvertrag und europäischer Datenregion. Zusätzlich gilt in Österreich das Telekommunikationsgesetz, das für elektronische Direktwerbung eine vorherige Zustimmung verlangt. Diesen Unterbau richten wir ein, bevor die erste Nachricht rausgeht.

Reicht mein bestehendes Newsletter-Opt-in?

In aller Regel nicht. Eine Einwilligung für E-Mails deckt Werbenachrichten auf das Handy nicht ab, weil es ein anderer Kanal mit anderer Eingriffstiefe ist. Es gibt eine enge Ausnahme für bestehende Kundenbeziehungen, bei der aber fünf Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen. Wir prüfen Ihre bestehenden Zustimmungen und bauen sonst einen sauberen Opt-in-Weg auf.

Sind RCS-Nachrichten verschlüsselt?

Bei Unternehmensnachrichten nicht Ende-zu-Ende. Laut Google-Dokumentation sind sie auf dem Transportweg verschlüsselt und verschlüsselt gespeichert, die Schlüssel liegen aber beim Plattformbetreiber. Für Angebote, Termine und Statusmeldungen ist das unkritisch. Gesundheitsdaten oder vollständige Zahlungsdaten gehören trotzdem nicht in den Kanal – wer RCS als verschlüsselt verkauft, hat die Dokumentation nicht gelesen.

Wie viele Nachrichten kann ich verschicken, ohne zu nerven?

Als Faustregel: nur dann, wenn es einen konkreten Anlass gibt, der die Person betrifft. Bei den meisten Betrieben sind das ein bis zwei Nachrichten pro Monat plus alles Transaktionale wie Terminbestätigungen oder Versandstatus. Die Abmeldung ist hier einen Fingertipp entfernt und endgültig – deshalb ist Zurückhaltung in diesem Kanal keine Höflichkeit, sondern Ökonomie.

Lohnt sich das für kleine Unternehmen?

Wenn Sie regelmäßig Termine, Abholungen, Rückrufe oder Serviceintervalle haben, rechnet sich der Kanal oft schon bei kleinen Listen – weil ein bestätigter Termin deutlich mehr wert ist als der Preis der Nachricht. Wenn Sie zwei Mal im Jahr etwas zu sagen haben, ist RCS zu teuer. Diese Einschätzung bekommen Sie von mir im Erstgespräch, auch wenn sie gegen einen Auftrag spricht.

Kontakt & Termin

Lassen Sie uns sprechen

Hier können Sie mich direkt kontaktieren – ich freue mich, von Ihnen zu hören.

100 % unverbindlich & kostenlos. Nach dem Absenden gelangen Sie direkt zur Terminbuchung. Mit dem Absenden stimmen Sie der Kontaktaufnahme gem. Datenschutz zu.

Neugierig, wie Ihre erste RCS-Nachricht aussehen würde?

Erzählen Sie mir kurz, was Sie verkaufen – ich skizziere Ihnen eine konkrete Nachricht mit Bild, Text und Buttons und sage Ihnen ehrlich, ob sich der Kanal für Ihren Betrieb rechnet.